Keine Kredite für junge Familien oder Renter?

23. 09. 2016

Nie werde ich die traurige Stimme der jungen Frau vergessen, als sie mir am Telefon sagte: „Die Bank gibt uns keinen Kredit, wir können dieses schöne Haus nicht kaufen.“ Diese Familie mit zwei kleinen Jungen hätte vor dem März diesen Jahres problemlos einen Kredit erhalten. So geht es immer mehr Menschen, die in Deutschland eine Immobilie erwerben möchten. Auslöser dessen ist eine neue Wohnimmobilienkreditrichtlinie, kurz WKRI, die in Deutschland zum 21. März vom Gesetzgeber beschlossen wurden. Danach dürfen Banken nur noch Kredite vergeben, wenn wahrscheinlich ist, dass der Kreditnehmer den Kredit innerhalb der Vertragslaufzeit zurückzahlen kann. Das bedeutet im Klartext, dass junge Familien u.U. wegen angerechneter Erziehungszeiten oder Menschen, die älter als 60 Jahre alt sind, keinen Kredit mehr erhalten. Damit werden Rentern z.B. Modernisierungen, Instandhaltungen oder ein barrierefreier Umbau ihrer eigenen Immobilie unmöglich gemacht.

Die EU-Richtlinie, auf der die deutsche WKRI basiert, gebietet, dass eine Bank einen Kredit nur gewähren kann, wenn wahrscheinlich ist, dass die Verpflichtungen aus dem Darlehen vertragsgemäß erfüllt werden. Das können also auch die Erben, ein Bürge oder eine Risikolebensversicherung sein. Der Immobilienverband Deutschland IVD setzt sich dafür ein, dass die deutsche Richtlinie an die EU-Richtlinie angepasst wird, so dass auch junge Familien wieder einfacher Kredite erhalten können. Außerdem dafür, dass Kredite bis 75.000 € und Kredite für eine vermietete Immobilie nicht unter die WKRI fallen. Damit wären auch für Rentner Modernisierungskredite und allgemein Immobilienerwerb als Kapitalanlage zur Alterssicherung wieder möglich bzw. einfacher.

Weitere Artikel hierzu und zu weiteren Themen finden Sie hier unter folgenden Kategorien:

Schnellkontakt
Daten
Datenschutz*